Was muss beachtet werden bei der gemeinsamen Pflege?

Kuckuckswelse und Malawisee-Buntbarsche

Kuckuckswelse und Malawisee-Buntbarsche

Nun einige Informationen dazu und warum man diese Welse, besser nicht mit Malawisee-Buntbarschen zusammen pflegen sollte. Zu den Kuckuckswelsen gehören: Synodontis multipunctatus und Synodontis grandiops. Diese beiden Arten sind oft in Malawisee-Aquarien anzutreffen!

Hintergrund:

Was man beachten sollte, wenn man Synodontis multipunctatus (Kuckuckswelse) mit Malawis zusammen pflegt. Jetzt mehr zum Thema ‚Kuckuckswelse und Malawisee-Buntbarsche‘. In vielen Malawisee-Aquarien werden gerne Welse gehalten, oft auch eben Kuckuckswelse.

Meistens funktioniert diese Art des Zusammenlebens einwandfrei, denn Kuckuckswelse – meist aus dem Tanganjikasee stammend – haben die gleichen Ansprüche an Wasserparameter und Futter sowie die Gestaltung des Aquariums.

Aber es kann zu erheblichen Problemen kommen:

Dies liegt an der speziellen Art der Fortpflanzung von Kuckuckswelsen, denn wie der Name schon sagt, jubeln diese gerne den Malawisee-Buntbarsch-Weibchen ihre Eier unter.

Kuckuckswelse und Malawisee-Buntbarsche– wie passiert dies genau?

Malawisee-Buntbarsche sind Maulbrüter:

Bei der Paarung außerhalb des Körpers beider Tiere (männlich und weiblich) werden die Eier an einer bestimmten Stelle vom Weibchen abgelassen, dabei vom Männchen befruchtet und dann vom Weibchen wieder ins Maul genommen.

Während dieser Phase schieben sich die Kuckuckswelse dazwischen und legen ihre Eier mit ab, sodass das Malawisee-Buntbarsch-Weibchen diese mit ins Maul mit aufnimmt. Das gibt diesem Wels ‚Synodontis multipunctatus‘ seinen merkwürdigen Beinamen (Kuckuckswels).

Im Video zu sehen, wie sich die Synodontis multipunctatus in einen Laichakt bei Malawisee-Buntbarschen einmischt. Nicht selten werden dann die Wels-Eier dem Buntbarsch-Weibchen untergeschoben.

Kuckuckswelse und Malawisee-Buntbarsche
Ein Labidochromis caeruleus ‚yellow‘ – Weibchen, bei dem ein Wels so groß ist, dass dieser aus den Kiemen heraushängt.

Synodontis multipunctatus
Synodontis multipunctatus aus dem Tanganjikasee!
Kuckuckswelse und Malawisee-Buntbarsche – aber was ist dann das Problem?

Die Aufnahme dieser Fremdeier kann zu massiven Problemen bei Buntbarsch-Weibchen führen, denn die Wels-Eier entwickeln sich schneller und die geschlüpften Mini-Welse verspeisen dann die noch nicht geschlüpften Eier des Malawis.

Malawisee-Buntbarsche haben – erschwerend hinzukommend – einen anderen Zyklus, was die Entwicklung der Eier und Larven angeht. Unter Umständen kann dies zum Tod des Weibchens führen.

Grund:

Die Jungwelse verbleiben im Maul des Weibchens und wachsen rasch heran. Sind diese zu groß, können sie sich sogar an den Kiemen entlang im Maul des Weibchens verbreiten.

Das ist für das Malawisee-Buntbarsch-Weibchen sicherlich sehr schmerzhaft. Im Bild weiter oben, sieht man deutlich, wie einem Malawi-Weibchen ein Wels aus dem Kiemenapparat hängt. Deutlich ist die Schwanzflosse zu erkennen.

Gerade bei kleineren Buntbarsch-Weibchen ist eine solche Aktion mitunter lebensgefährlich, denn das Maul ist einfach noch zu klein, um diese schnell wachsenden Welse darin zu halten. Passiert nichts von außen, also greift der Halter nicht ein und versucht zu helfen, wird das Weibchen mit Sicherheit eingehen.

Hinweis zum Thema: Kuckuckswelse und Malawisee-Buntbarsche: Man kann das betroffene Weibchen herausfangen und versuchen, mit einer Pinzette und ganz leichtem Druck, den noch kleinen Wels aus dem Maul zu ziehen.

Das ist etwas knifflig, da die starren Flossen der Welse das Buntbarsch-Weibchen verletzen könnten. Bei diesem Beispiel hat es leider nicht geklappt, und sowohl das Weibchen als auch der Wels sind gestorben.

Hinweis zum Thema Kuckuckswelse und Malawisee-Buntbarsche:

Grundsätzlich sollte man keine Kuckuckswelse mit Mbuna-Arten zusammen pflegen. Wer dies unbedingt machen will, sollte nur bei bereits ausgewachsenen Tieren, diese Welsgruppe dazusetzen. Gleiches gilt auch für Nonmbuna-Arten, was die Größe der Weibchen angeht.

Kuckuckswelse und Malawisee-Buntbarsche, unser Fazit:

Es gibt auch tolle Alternativen zu dieser Art von Welsen, die wir hier angesprochen haben, nämlich Arten, wie Synodontis ‚polli white‘, Synodontis ‚petricola‘, Synodontis ‚lucipinnis‘ oder der aus dem Malawisee stammende ‚Synodontis Njassae‚.

Diese Arten betreiben keinen Brutparasitismus, sondern sind offene Ablaicher. Auf welche Welsart die Wahl fällt, sollte auch von der Beckengröße abhängig gemacht werden, bitte immer daran denken.

Anmerkung:

Wir von Malawi-Guru.de raten eher davon ab, überhaupt Kuckuckswelse mit Malawisee-Buntbarschen zusammen zu pflegen. Den natürlich ist diese Art der Ei-Weitergabe nicht im Malawisee!

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Autor: Florian Bandhauer

Bilder: Stefanie Müller, Niko Gaus

Video: Alfons Stadler

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