Steckbrief zu diesem Buntbarsch!

Chindongo sp. 'elongatus Mphanga'

 

 

Chindongo sp. ‚elongatus mphanga‘  im Verzeichnis

Dazu Eckdaten und Informationen zur Pflege dieser Mbuna-Art.

  • Pseudotropheus elongatus ‚mphanga‘, Ribbink et al., 1983, vorläufiger Name

Hinweis:

Die gezeigten Bilder sind von Chindongo sp. ‚elongatus mphanga‘ Chirwa Island

Anmerkung zum Buntbarschverzeichnis hier auf der Webseite!

 

Vorwort

Mit dem Buntbarschverzeichnis, haben wir eine Sammlung zusammengestellt, die Mbuna- und Nonmbuna-Arten aus dem Malawisee beschreibt. Hier bekommt man eine Menge Informationen, zu diesen endemisch lebenden Buntbarschen aus dem Malawisee.

Aber auch Informationen zur Haltung und Pflege, für das Malawisee-Aquarium. Wir geben hier auch Beckengrößen mit an, die dem Malawisee-Aquarianer helfen sollen, diese doch recht aggressiven Fische im richtigen Umfeld zu pflegen.

Das Verzeichnis

Oftmals sind der Charakter und auch die Ernährungsweise bei Mbuna und Nonmbuna sehr unterschiedlich. Dieses Thema ist auch im Verzeichnis erwähnt. Nur wenige Mbuna Arten kann man mit Nonmbuna zusammen pflegen. Es gibt zwar Ausnahmen, aber diese sind eher selten.

Bei den meisten Arten hier im Buntbarschverzeichnis haben wir auch kurze Video-Clips eingebaut, oftmals Eindrücke vom Malawisee, oder aber von den Fischen selbst. Nutzt dieses Verzeichnis zur Abklärung und zum Kennenlernen der einzelnen Arten.

Dies kann letztlich nur helfen, Fehler zu vermeiden.

Lebensraum

Chindongo sp. ‚elongatus mphanga‘ vorher; (Pseudotropheus sp. ‚elongatus mphanga‘) lebt im sedimentfreien Felsbiotop (Felszone), in Riffen und Felsküsten, wo er hauptsächlich in und um Höhlen und engen Spalten gesehen wird. Oft kann die Art auch im freien Wasser beim Fressen von Phytoplankton beobachtet werden.

Diese Art aus dem Elongatus Komplex bevorzugt klares und stark bewegtes Wasser.

Wassertiefe der „Elongatus mphanga“-Habitate

Die Habitate aller vier ‚Elongatus mphanga‘-Populationen erstrecken sich ab 5 bis hin zu 30 Metern Wassertiefe.

Besonderheiten

Die verschiedenen Arten des Elongatus Komplexes verteilen sich vorwiegend auf der Nordseite des Malawisees und bevölkern dort die West- wie auch die Ostküste. Sie können in verschiedene Gruppen unterteilt werden, welche aber dem besseren Verständnis dienen und keinerlei Verwandtschaften aufzeigen sollen:

1. Zebra-ähnliche Gruppe
2. Tropheops-ähnliche Gruppe
3. Gelbschwänzige Gruppe
4. Braune Gruppe

Der hier beschriebene Chindongo sp. ‚elongatus mphanga‘ gehört zur gelbschwänzigen Gruppe des Elongatus-Komplexes.

Alle Angehörigen dieses Komplexes zeichnen sich durch einen schmalen und langgestreckten Körper aus, welcher eine evolutionäre Anpassung an das Leben in Höhlen und Spalten ist.

Ernährung

Chindongo sp. ‚elongatus mphanga‘ ernährt sich hauptsächlich von locker sitzenden Algen (Kieselalgen), welche aus dem Aufwuchs heraus gepickt werden, was sie zu Limnivoren Cichliden macht. Der Mphanga scheint aber, wie auch einige Metriaclima (Maylandia)‑Arten, kein sehr spezialisierter Aufwuchs‑Fresser zu sein.

Denn weder durchkämmt er den Aufwuchs mit typischerweise weit geöffnetem Maul, noch rupft er ganze Algenbüschel aus dem Aufwuchs, wie das die wirklichen Nahrungsspezialisten tun. Oftmals werden die Tiere auch kopfüber in großen Höhlen beobachtet, wo sie den Aufwuchs an den Höhlendecken nach fressbaren Partikeln durchstöbern.

Die Chindongo sp. ‚elongatus mphanga‘ , werden auch immer wieder im freien Wasser angetroffen, wo sie Jagd auf Phytoplankton machen (vor allem während der Blütezeit).

Verhalten

Nicht territoriale Männchen von Chindongo sp. ‚elongatus mphanga‘ und nicht-brütende Weibchen streifen einzeln oder in losen, Gruppen durch das Felsbiotop und picken immer wieder im Aufwuchs nach Futter.

Auffallend ist der starke Bezug dieser Art auch zu großen Höhlen. In solchen sind immer wieder größere Gruppen des Chindongo sp. ‚elongatus mphanga‘ anzutreffen, wie sie kopfüber das Höhlendach absuchen.

Paarungswillige Männchen besetzen eine kleine Höhle, oder eine enge Spalte, in welcher sie einen kleinen Laichplatz bauen respektive säubern. Weibchen aus der näheren Umgebung werden heftig angebalzt und versucht, zum vorbereiteten Laichplatz zu geleiten.

Nach erfolgter Paarung suchen die maulbrütenden Weibchen kleine Höhlen, in welche sie sich während der 3 Wochen Reifezeit zurückziehen und, welche sie währenddessen auch mit Bestimmtheit verteidigen.

Chindongo sp. 'elongatus mphanga'
Chindongo sp. ‚elongatus mphanga‘ Chirwa Island
Chindongo sp. 'elongatus mphanga'
Chindongo sp. ‚elongatus mphanga‘ Chirwa Island
Chindongo sp. 'elongatus mphanga'
Chindongo sp. ‚elongatus mphanga‘ Chirwa Island

 

Chindongo sp. 'elongatus mphanga'
Chindongo sp. ‚elongatus mphanga‘ Chirwa Island
Populationen

Von Chindongo sp. ‚elongatus mphanga‘ sind vier verschiedene Populationen rund um Chilumba bekannt, welche sich körperlich nicht unterscheiden:

>> Chirwa Island
>> Luwino Reef
>> Maison Reef
>> Mpanga Rocks

Die meisten für den Export bestimmten Tiere wurden an den Mphanga Rocks gefangen.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung/Gestaltung im Aquarium braucht Chindongo sp. ‚elongatus mphanga‘ bis zur Wasseroberfläche reichende Felsbarrieren.

Wichtig ist auch, dass für jedes Tier mindestens eine kleine Höhle zur Verfügung steht (sollten etwas entfernt voneinander liegen – innerartliche Aggression) und genügend Felsen verstreut herumliegen, um den Weibern und Junggesellen dazwischen Verstecke für die Nachtruhe zu bieten.

Ebenfalls sollte auch noch freier Schwimmraum (Freiwasserzone) sichergestellt werden.

Beckengröße

Chindongo sp. ‚elongatus mphanga‘ könnte bereits in Becken ab 300 Litern gehalten werden, sofern eine Mindestkantenlänge von 120 Zentimetern gewährleistet ist.

Dies bezieht sich aber auf reine ‚Artenbecken‚ und sollte in Verbindung mit anderen Mbuna zwingend nach oben erweitert werden. Ich empfehle aber mindestens einen 450-Liter-Tank, damit eine ‚beruhigende Vergesellschaftung‘ realisiert werden kann.

Erfahrene Halter können diese Art auch bei (250 Litern) pflegen, sofern Ausweichbecken vorhanden sind!

Aufgrund der auffallenden innerartlichen Aggressivität unter Männchen der Chindongo sp. ‚elongatus mphanga‘ sollten bevorzugt Harems (1 M/3–4 W) gepflegt werden.

Gruppen (z. B. 3 M/9 W) sind zwar ebenfalls möglich; hier sollte dann aber mit anderen Buntbarscharten vergesellschaftet werden, sodass sich die Aggressivitäten der Männchen etwas ablenken lassen.

Vergesellschaftung

Chindongo sp. ‚elongatus mphanga‘ ist ein sehr temperamentvoller Mbuna, welcher vor allem innerartlich ziemlich ruppig werden kann.

Eine Vergesellschaftung dieser Arten ist problemlos möglich und sogar sinnvoll, um die Aggressionen untereinander besser kontrollieren zu können. Wichtig für eine Vergesellschaftung ist, dass die Ernährungsansprüche und das Temperament beachtet werden.

Hier empfehlen sich also robuste limnivore oder auch planktonfressende Mbuna Arten.

Beckenbeleuchtung

Da Chindongo sp. ‚elongatus mphanga‘ in allen Regionen zwischen 5 und 30 Metern Wassertiefe vorkommt, ist die Definition der Aquarienbeleuchtung anhand dieser Art eher zweitrangig. Ich empfehle deshalb, sich beleuchtungstechnisch an anderen vergesellschafteten Arten zu orientieren.

Zum Thema Licht haben wir unter dem Menüpunkt Beleuchtung, einiges an Beiträgen zusammengefasst.

Malawi Island

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Autor: Silvan Hörnlimann, Florian Bandhauer

Bilder: Florian Bandhauer, Caroline, Mark Thomas, Pete Barnes

Video: Malawi Aquascape

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