Steckbrief zu diesem Buntbarsch!

Placidochromis sp. 'phenochilus tanzania'

 

Placidochromis sp. ‚phenochilus tanzania‘

 

Anmerkung zum Buntbarschverzeichnis hier auf der Webseite!

 

Vorwort

Mit dem Buntbarschverzeichnis, haben wir eine Sammlung zusammengestellt, die Mbuna- und Nonmbuna-Arten aus dem Malawisee beschreibt. Hier bekommt man eine Menge Informationen, zu diesen endemisch lebenden Buntbarschen aus dem Malawisee.

Aber auch Informationen zur Haltung und Pflege, für das Malawisee-Aquarium. Wir geben hier auch Beckengrößen mit an, die dem Malawisee-Aquarianer helfen sollen, diese doch recht aggressiven Fische im richtigen Umfeld zu pflegen.

Das Verzeichnis

Oftmals sind der Charakter und auch die Ernährungsweise bei Mbuna und Nonmbuna sehr unterschiedlich. Dieses Thema ist auch im Verzeichnis erwähnt. Nur wenige Mbuna-Arten kann man mit Nonmbuna zusammen pflegen. Es gibt zwar Ausnahmen, aber diese sind eher selten.

Bei den meisten Arten hier im Buntbarschverzeichnis haben wir auch kurze Video-Clips eingebaut, oftmals Eindrücke vom Malawisee, oder aber von den Fischen selbst. Nutzt dieses Verzeichnis zur Abklärung und zum Kennenlernen der einzelnen Arten.

Dies kann letztlich nur helfen, Fehler zu vermeiden.

Lebensraum

Placidochromis sp. ‚phenochilus tanzania‘ lebt im Sandbiotop am Rande der ‚Übergangszone‘ im Malawisee. Diese Nonmbuna-Art ist nicht standorttreu und zieht auf der Suche nach Nahrung im ganzen Biotop umher.

Wassertiefe der Phenochilus-Habitate

Placidochromis phenochilus wird in Tiefen zwischen 10 und ca. 25 Metern angetroffen, was abhängig von der Population und den Vorzugstiefen der jeweiligen Gräberfische vor Ort ist.

Arten und Varianten

Bis in jüngster Vergangenheit wurden alle Standortvarianten, sowohl von der Ostseite (Tansania) als auch von der Westseite (Malawi) des Sees, der Art Placidochromis phenochilus zugeordnet. Im Gegensatz zu den durchgehend blauen ‚Mdoka-Tieren‘ zeigen adulte Tansania-Männchen (ab 3–4 Jahren) eine Paillette aus hellblauen und weißen Punkten, was sie sehr attraktiv macht.

Ernährung

Die Placidochromis sp. ‚phenochilus tanzania‘ sind als ‚Carnivore‚ Buntbarsche eingestuft.

Sie sind oft in Schulen von Substrat-Gräbern anzutreffen, wo sie vom – durch die ständige Aktivität dieser Gräber – aufgewirbelten Sediment angelockt werden. Die Art nimmt das aufgewirbelte Material auf und filtert Futterpartikel resp. enthaltene Kleinstlebewesen durch die Kiemen heraus.

Verhalten

Die Männchen sind nur während der Laichzeit und auch dann nur wenig territorial.

Sie säubern einen Stein und besetzen diesen jeweils nur ganz kurzfristig. Paarungswillige Weibchen werden durch die Männchen angebalzt und zum Paarungsritual über den säuberlich geputzten Stein geführt.

Maulbrütende Weibchen werden in aller Regel in Begleitung von Männchen in Brutfärbung angetroffen (analog zu P. electra), wohingegen die nichtbrütenden Weibchen und juvenilen Männchen größere Gruppen bilden und den substratgrabenden Arten durch das Biotop folgen.

Die beschriebene(n) Art(en) werden sehr stark durch aufgewirbeltes Sediment angelockt.

Placidochromis sp. 'phenochilus tanzania'
Placidochromis sp. ‚phenochilus tanzania‘ Ngwasi
Placidochromis sp. 'phenochilus tanzania' Lupingu
Placidochromis sp. ‚phenochilus tanzania‘ Lupingu
Placidochromis sp. 'phenochilus tanzania' Makonde
Placidochromis sp. ‚phenochilus tanzania‘ Makonde
Placidochromis sp. 'phenochilus tanzania' Ngwasi
Placidochromis sp. ‚phenochilus tanzania‘ Ngwasi

 

 

Placidochromis sp. 'phenochilus tanzania'
Die Grafik zu Placidochromis sp. ‚phenochilus tanzania‘
Placidochromis sp. 'phenochilus tanzania' Lupingu
Placidochromis sp. ‚phenochilus tanzania‘ Lupingu
Placidochromis sp. 'phenochilus tanzania'
Placidochromis sp. ‚phenochilus tanzania‘ Lupingu
Placidochromis sp. 'phenochilus tanzania' Lupingu
Placidochromis sp. ‚phenochilus tanzania‘ Lupingu – Weibchen
Placidochromis sp. 'phenochilus tanzania'
Placidochromis sp. ‚phenochilus tanzania‘ Lupingu
Populationen

Placidochromis phenochilus
>> Mdoka
>> Chesese
>> Chirwa Island

>> Makonde
>> Lupingu

Haltung im Aquarium

Für die Haltung im Malawisee-Aquarium mit Placidochromis sp. ‚phenochilus tanzania‘ bietet sich die Gestaltung einer lockeren ‚Übergangszone‚ an – sandiger Untergrund, von einzelnen größeren Felsbrocken durchzogen. Es müssen viele offene Sandflächen belassen werden, welche als Arena für die Futtersuche genutzt werden.

Placidochromis phenochilus kann im Malawi-Becken ab einem Minimum von 800 Litern gehalten werden. Dabei sollte eine Aquarium-Kantenlänge von 200 cm im Vorfeld überlegt werden, je mehr man stellen kann, desto besser. Wir empfehlen, aufgrund des natürlichen Gruppenverhaltens, diese Art immer in Gruppen (z. B. 3 M/5 W) zu pflegen.

Eine Haremshaltung mit Placidochromis sp. ‚phenochilus tanzania‘ (1 M/2–3 W) ist aber ebenso möglich. Es kommt aber immer letztlich auf die Endgröße des Malawisee-Beckens an!

Vergesellschaftung

Für die Vergesellschaftung sollte der Umstand berücksichtigt werden, dass der Placidochromis sp. ‚phenochilus tanzania‘ ein typischer Verfolger-Fisch ist.

Hier wären also Gruppen von sogenannten Gräberfischen die Idealbesetzung. Durch seinen friedlichen und eher durchsetzungsschwachen Charakter, sollte hier beschriebene aber nur mit anderen friedliebenden Gattungen zusammen gepflegt werden:

Beifische

Mögliche Substratgräber:

>> Lethrinops-Arten
Weitere mögliche und friedliche Beifische:

>> Aulonocara-Arten (nicht alle)
>> Nyassaechromis-Arten
>> Copadichromis-Arten
>> Scianochromis-Arten
>> usw.

Beckenbeleuchtung

In den natürlichen Habitaten von Placidochromis phenochilus, werden die Spektralfarben BLAU und GRÜN noch stark reflektiert. GELB befindet sich bei knapp über 15 Meter Wassertiefe bereits in der Absorptionsphase, ORANGE schon ab 10 Metern und ROT wird vollkommen absorbiert.

Optimal wäre also ein Lichtspektrum mit dominanten Grün- und Blau-, abgeschwächten Gelb- und marginalen Orange-Anteilen.

Fazit:

Diese Nonmbuna gehören zu den außergewöhnlichsten Nonmbuna im Malawisee, was nicht zuletzt an deren Körperfärbung liegt. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich diese Art am besten in einer Gruppe pflegen lässt. Es sind sehr soziale Tiere, die richtig zur Geltung kommen, je mehr diese im Becken sind.

Auch könnte man diese Buntbarsche in einem reinen ‚Artenbecken‘ pflegen, was sicherlich auch wunderschön kommen kann.

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Autor: Florian Bandhauer, Silvan Hörnlimann

Bilder: Florian Bandhauer, Thomas Heinz, Jan Thoma, Mark Thomas

Video: Paul Christea

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