Anmerkungen zum Thema Inzucht!

Inzucht bei Malawisee-Buntbarschen

 

Inzucht bei Malawisee-Buntbarschen?

Wir haben uns informiert, wobei die Meinungen ziemlich auseinandergingen, ob Inzucht bei Malawisee-Buntbarschen schädlich ist oder nicht.

Jeder, der Malawisee-Buntbarsche pflegt, weiß um deren frohes Bestreben, sich fortzupflanzen. Dabei sind die ‚Maulbrüter‚ wirklich sehr agil. Wie ist es aber, wenn im eigenen Aquarium ‚Jungtiere‘ überleben und sich diese dann im Laufe der Zeit mit den Eltern, oder Geschwistern verpaaren?

Gibt es Gendefekte?

Dabei ist unsere Überlegung diese, ob sich die Fische durch Inzucht irgendwelche Gendefekte einhandeln, oder ob dies überhaupt nicht schlimm ist. Die Erläuterungen waren dabei sehr unterschiedlich und gingen von ‚Ja‘ es gibt Defekte, bis zu ‚Nein‘ es ist nicht so wie bei Säugetieren, oder gar Vögeln.

Inzucht bei Malawisee-Buntbarschen im Malawisee-Aquarium!

Ist ein Malawisee-Aquarium eingefahren und Jungtiere verbleiben (kommt natürlich häufiger in Mbuna-Becken vor) in diesem, werden sich diese unweigerlich irgendwann mit Geschwistern und Eltern paaren.

Hierbei ist zu sagen, dass die Möglichkeit besteht, dass hier eventuell Missbildungen auftreten könnten.

Für die meisten von uns Malawisee-Aquarianern ist es natürlich nicht ganz einfach, hier immer am Ball zu bleiben, und ständig neue Blutlinien ins Aquarium zu bringen. Zumal ja auch die meisten ‚Hobbyaquarianer‘ gar nicht wissen, wohin mit ihren Nachzuchten.

Es wird ebenso berichtet, dass es nicht schlimm ist, wenn sich Elterntiere mit dem eigenen Nachwuchs paaren, oder Geschwister untereinander. Kauft man sich Fische bei Hobbyzüchtern, oder gar im Zoofachhandel und handelt es sich hierbei um Nachzuchten, kann man in der Regel sicherlich davon ausgehen, dass auch hier Inzucht-Tiere dabei sein werden.

Dies sollte einem klar sein!

Generationen Frage!

Man muss doch nur in den Online-Anzeigenportalen schauen, dann weiß jeder, was wir meinen.

Besonders wenn diese über mehrere Generationen aufgebaut wird, kann es zu Missbildungen kommen. Auch der Verlust an Farbe, oder körperlichen Merkmalen kann hierbei durchaus eine Rolle spielen.

Ebenfalls kann Inzucht dazu führen, dass sich Tiere nicht mehr fortpflanzen können, alles Dinge, die wir hier mal nachgefragt haben. Aber ist dies bei Malawisee Buntbarschen wirklich so?

Ist man bestrebt, immer wieder frisches Blut ins Malawi-Becken zu bringen, sollte man neue Tiere dazusetzen und dies auch immer wieder in regelmäßigen Abständen tun, vor allem dann, wenn man Jungtiere von Buntbarschen, eventuell weitergeben möchte, oder gar als Hobbyzüchter agiert.

Ein Satz, der einen nachdenklich stimmt, aber hier geht es nicht um Panikmache, sondern darum, wie sehr dies wirklich bei unseren Buntbarschen auch zu trifft.

Grundsätzlich ist aber zu sagen, dass über die x-te Generation Veränderungen auftreten können.

Ein Beispiel unter vielen ist vielleicht der Labidochromis caeruleus, bei dem schon in kürzeren und folgenden Nachzuchten, sowohl die Farbe, als auch das spitze Maul mitunter abhandenkommt, beziehungsweise das strahlende Gelb blasser erscheint.

Placidochromis johnstoni 'Metangula'

Nimbochromis venustus
Ein wunderschöner Nimbochromis venustus!

Inzucht bei Malawisee-Buntbarschen
Ein wunderschöner Sciaenochromis fryeri!
Die Aulonocara als Beispiel!

Auch bei Aulonocara kann es mitunter zu schwächerer Färbung kommen. In der x-ten Generation, je mehr Inzucht bei Malawisee-Buntbarschen betrieben wird, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass der Genpool kleiner wird und sich vielleicht Defekte sichtbar machen.

Aber wie bereits erwähnt bei dem Thema ‚Inzucht bei Malawisee-Buntbarschen‘ driften die Meinungen hier stark auseinander. Für den normal sterblichen Aquarianer sicherlich nicht so sehr von großem Belang, ist es dennoch ein Thema, welches bei uns im Malawisee-Aquarium immer mal wieder mitspielt und dessen wir uns trotzdem bewusst sein sollten.

Zum Thema Inzucht bei Malawisee-Buntbarschen soll keine Panik hier ausbrechen, dies ist nicht das Leitmotiv zu diesem Beitrag. Aber leider ist es auch nicht von der Hand zu weisen! Ich könnte jetzt hier noch viele diverse Arten aufzählen, wo … was … wie … passieren ‚könnte‘, wobei die Betonung auf ‚könnte‘ basiert.

Das Thema ist wirklich nicht einfach und soll lediglich mal darauf hinweisen.

Die Idee zum Beitrag ‚Inzucht bei Malawisee-Buntbarschen‘ ist eher das Spiegeln dessen, was sein könnte. Ich hatte erst überlegt, hier auch die Zuchtformen zu erwähnen, wobei mir dieses spezielle Thema doch zu extrem erscheint.

Einzig, dass hier noch weit extremere Inzucht betrieben wird, kann und sollte jedem klar sein, aber dies irgendwann mal an anderer Stelle.

Anmerkung:

Danke an Birger Lessow, der mir hier mit seiner Expertise und einigen Eindrücken zur Seite stand!

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Autor: Florian Bandhauer, Birger Lessow

Bilder: Thomas Engel, Florian Bandhauer

Video: Pete Barnes

 

 

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